Wir stehen vor einem wichtigen Wendepunkt in der Entwicklung des Private-Credit-Marktes: Warum sind wir davon überzeugt? Einige große Wall-Street-Banken, darunter JPMorgan, Barclays, Morgan Stanley und Citigroup, haben begonnen, Credit Default Swaps (CDS) zu handeln, die sich auf Private-Credit-Fonds beziehen, die von Anbietern wie Blackstone, Apollo und Ares verwaltet werden.
Diese Innovation ermöglicht es Anlegern:
3. eine negative Einschätzung zum Private-Credit-Sektor zum Ausdruck zu bringen, ohne die zugrunde liegenden Kredite direkt zu halten.
Diese Neuerung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt, an dem die Rückzahlungsforderungen und die Kosten für die Fremdkapitalfinanzierung der Fonds steigen, die regulatorische Aufmerksamkeit zunimmt und nicht zuletzt Befürchtungen hinsichtlich einer Verschlechterung der Kreditqualität bestehen, insbesondere in Sektoren wie dem durch Private Equity finanzierten Softwarebereich, der aufgrund der Auswirkungen der künstlichen Intelligenz unter Druck steht.
Parallel dazu hat S&P Global den neuen CDX Financials Index eingeführt, der Engagements in Banken, Versicherungen, REITs und Private-Credit-Fonds umfasst und damit eine standardisierte Grundlage für den Handel mit Absicherungen im Finanzsektor schafft.
Wie funktioniert ein CDS?
Warum CDS im Bereich Private Credit wichtig sind
Private Credit ist von Natur aus illiquide, da der Ausstieg von Anlegern langsam verläuft, und undurchsichtig, da die Kredite nicht notiert sind, die Bewertung nicht öffentlich ist und ein kontinuierlicher Marktpreis fehlt.
Was ist der CDX Financials Index?
• CDX Financials für den Finanzsektor
Die CDX-Indizes ermöglichen den effizienten Handel mit Kreditrisiken in liquiden und standardisierten Körben. Insbesondere umfasst der neue Index (der letzte in der Liste) 25 nordamerikanische Finanzunternehmen, darunter:
• BDC/Private-Credit-Vehikel.
Etwa 12 % des Korbs sind mit Private-Credit-Vehikeln von Apollo, Ares und Blackstone verbunden. Es ist das erste Mal, dass ein CDS-Index direkt Engagements in Private-Credit-Fonds einbezieht. Dieser Index ist strategisch wichtig, weil:
• er ermöglicht die Umsetzung von Baisse-Strategien.
Praktisch gesehen entwickelt der Markt ein „Risikobarometer“ für einen Sektor, der bislang wenig transparent war. Diese Entwicklung ist im Hinblick auf die Transparenz positiv, birgt jedoch auch Risiken, darunter:
• Teufelskreis in der Spread-Dynamik: Steigende Spreads bedeuten teurere Refinanzierung, was wiederum ein höheres Kreditrisiko nach sich zieht, das noch höhere Spreads zur Folge hat.
Es handelt sich um denselben Mechanismus, der auch auf den traditionellen Kreditmärkten zu beobachten ist. Die Schaffung von CDS auf Private-Credit-Fonds sendet jedoch eine klare Botschaft: „Der Markt sieht die Notwendigkeit, das Risiko von Private Credit abzusichern“ . Wenn die Nachfrage nach Absicherung steigt, bedeutet dies, dass die Risikowahrnehmung zunimmt, die Unsicherheit wächst und die Anleger folglich versuchen, das gemessene Risiko ganz oder teilweise abzusichern.
Deshalb ist die Einführung des CDX Financials wichtig: Es ist nicht nur ein neues Produkt, sondern ein Zeichen für die Reife, aber auch für die Anspannung in der Branche. Er stellt einen Wendepunkt dar, da er Private Credit „handelbarer“ macht und Transparenz hinsichtlich des Risikos schafft; er ermöglicht Risikosicherung und Short-Positionen; erhöht jedoch die Sensibilität der Branche gegenüber der Marktwahrnehmung.
Die Wall Street mit ihren Investmentbanken bringt Private Credit in die Logik der börsennotierten Märkte ein. Dies verbessert die Risikomessung, setzt die Branche jedoch der Disziplin – und der Volatilität – des Marktes aus.
Abschließend möchten wir einige nützliche Websites vorschlagen, um die in diesem Artikel angeschnittenen Themen zu vertiefen.
S&P Global – CDX Indices Overview